Rik De Lisle ist tot
: Bekannter Radiomoderator im Alter von 79 Jahren gestorben

Der bekannte Radiomoderator Rik De Lisle ist tot. Das hat sein Sender Berliner Rundfunk 91.4 mitgeteilt. Er galt in Berlin und Brandenburg als eine der prägendsten Stimmen im Radio.
Von
Marco Marschall,
Gunnar Leue
Berlin
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Radiomoderator Rik De Lisle

Der Radiomoderator Rik De Lisle ist tot. Der gebürtige Amerikaner war mehr als drei Jahrzehnte im Berliner Rundfunk zu hören.

Berliner Rundfunk 91.4
  • Radiomoderator Rik De Lisle ist im Alter von 79 Jahren gestorben.
  • Berliner Rundfunk 91.4 teilte den Tod am Dienstagmorgen, 7. April, mit.
  • Er prägte Berlin und Brandenburg – bekannt durch „Icke bin‘s Alter Ami Rik De Lisle“.
  • Zuletzt moderierte er die „Rik De Lisle Show“ bei Berliner Rundfunk 91.4.
  • Kolleginnen, Kollegen und Hörer trauern um eine der bekanntesten Radiostimmen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Radiomoderator Rik De Lisle ist tot. Wie der Sender Berliner Rundfunk 91.4 am Dienstagmorgen, 7. April, mitteilte, starb De Lisle im Alter von 79 Jahren im Kreis seiner Familie. Nach Angaben auf De Lisles offizieller Facebook-Seite war der beliebte Radio-DJ bereits am 30. März 2026 gestorben.

Kaum ein Berliner und Brandenburger, kaum ein Radio-Fan in Deutschland kennt nicht seine Stimme, sein: „Icke bin‘s Alter Ami Rik De Lisle“. Der Moderator war zuletzt noch mit der „Rik De Lisle Show“ bei Berliner Rundfunk 91.4 zu hören.

„Mit seiner unverwechselbaren, lässigen Art zu moderieren, seinem deutsch-amerikanischen Sprachstil und seinen beliebten Musikgeschichten und Stories von Konzerten und persönlichen Treffen mit Musikgrößen, Superstars und Newcomern – vom West-Berlin zu Mauerzeiten bis heute – hat er die Radiolandschaft in Berlin und Deutschland, aber auch weit darüber hinaus auf ganz eigene Weise geprägt“, heißt es in der Pressemitteilung des Radiosenders.

Der berühmteste Radio-DJ in West-Berlin

Der Amerikaner, geboren 1947 in Milwaukee, war der wohl berühmteste Radio-DJ in West-Berlin. Und damit auch in ganz Berlin, denn alles, was aus West-Berlin über den Äther kam, wurde auch in Ost-Berlin und in den angrenzenden DDR-Gebieten gehört. Rockmusik ganz besonders, denn die DDR-Sender brachten nur teilweise die neuste Rockmusik aus der westlichen Welt und die auch noch verspätet. Also waren Sender wie RIAS („Radio im amerikanischen Sektor“) oder AFN, der amerikanische Soldatensender, bei dem Rik de Lisle zuerst gearbeitet hatte und sich ab 1978 in West-Berlin mit seiner Morning Show einen Namen machte, ehe er 1984 beim RIAS anheuerte und dort bis zum Musikchef aufstieg, für viele DDR-Jugendliche ein Hör-Muss.

Der Enkel deutsch- und französischstämmiger USA-Einwanderer hatte sich bereits mit 17 zur US-Army gemeldet, wo seine Radiokarriere bei AFN begann. Ein Soldatensender als Traumjob für freiheitlich gesinnte Rock’n’Roll-Fans, das ist heute auch schwer erklärbar, aber es war so. Rockmusik galt in den 1960ern und 1970ern als Ausdruck von Freiheitsgefühl – und die US-Army hatte kein Problem damit, ihre Soldaten in echten Kriegen (Vietnam) und in Besatzungszonen (wie West-Berlin) mit dieser Musik beschallen zu lassen. Auch weil sie wusste, dass die versendete Rockmusik – im wörtlichen Sinne – ausstrahlte auf die jungen Menschen hinter der Mauer, die sie ebenfalls empfangen konnten. Westmusik, das war ja ein Zauberwort, denn es gab ansonsten ja nicht viel, was im Osten ersehnt wurde und problemlos von drüben nach hüben gelangen konnte.

Im Kalten Krieg in Ost und West gehört

Rik De Lisle agierte als Radio-DJ gewissermaßen im Auge des Orkans der Ost-West-Konfrontation während des Kalten Krieges. Und er fühlte sich super dabei. Er hat das vor wenigen Jahren rückblickend in einem Interview beschrieben: „Ich habe in meiner Luftwaffenuniform in besetzten Häusern Bier getrunken, war mit Punks in Berliner Kneipen unterwegs. Es gab ein unausgesprochenes Gemeinschaftsgefühl. Es waren so viel coole Leute in Berlin.“

Etliche, darunter Musiker aus Amerika, England oder Hagen wie Sängerin Nena, hat er in Berlin getroffen. Auch westdeutsche Kriegsdienstverweigerer und Anhänger der Studentenbewegung. „Wir haben sehr viel diskutiert und eine Ebene gefunden, auf der wir gut miteinander auskommen konnten.“ Er hat bedauert, dass sowas heute nicht mehr stattfindet, sondern alles schwarzweiß sei.

Gleichwohl ließ er es sich nicht nehmen, im Radio auch im höheren Alter den Rock-DJ zu geben. In den vergangenen Jahren beim Berliner Rundfunk 91.4 in seiner „Die Rik De Lisle Show“. Wie immer als „alter Ami“, womit Zeit seiner Radiozeit Coolness und ein sympathischer Mensch verbunden wurde.

Nach Angaben des Senders war De Lisle mehr als drei Jahrzehnte eng mit den Programmen des Hauses verbunden. Sein Tod löse bei Kolleginnen und Kollegen sowie bei vielen Hörerinnen und Hörern große Trauer aus. Mit Rik De Lisle verliere die deutsche Radiolandschaft eine ihrer prägendsten Stimmen.